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Der Grüne Pass sollte eine große Erleichterung im Alltag der Corona-Pandemie bringen. Die Benutzung war aber anfangs holprig, denn immer einen Ausdruck dabeizuhaben oder die viel zu kleine PDF-Datei am Smartphone herzuzeigen, ist nicht gerade praktisch. Eine digitale Lösung gab es Anfangs nicht, also haben wir uns dazu entschlossen, eine App dafür zu entwickeln.

Die Ausgangssituation

Der Grüne Pass ist ein QR-Code, welcher Informationen zu den 3G-Zertifikaten enthält, um schnell und einfach nachzuweisen, dass man geimpft, genesen oder getestet ist. Bereits seit Juni 2021 kann man sich den Grünen Pass mit Hilfe der Handysignatur auf gesundheit.gv.at herunterladen. Das Problem dabei: Das Zertifikat ist eine PDF-Datei im A4-Format. Dieses permanent als Ausdruck mitzuführen ist nicht gerade praktisch und gespeichert am Smartphone braucht so mancher schon eine Lupe um es lesen zu können. Außerdem stellt sich bei sensiblen Gesundheits­daten die Frage, wie man diese überhaupt sicher auf das Smartphone bekommt.

Eine offizielle App dafür wurde zum Start des Grünen Passes zwar angekündigt, ließ zum damaligen Zeitpunkt aber noch auf sich warten.

Die Alternativen

Natürlich waren wir nicht die Ersten, die diese Idee hatten. Im ersten Schritt haben wir also die bestehenden Lösungen unter die Lupe genommen, doch keine der Varianten wurde unseren Ansprüchen an Usability, Sicherheit und Datenschutz gerecht. Denn auch wenn die diversen Apps die sensiblen Daten angeblich nicht speicherten, so wurden diese trotzdem etwa zur Verarbeitung zuerst auf fremde Server übertragen. Unser Anspruch war es, alle Daten nur lokal zu verarbeiten und verschlüsselt zu speichern um maximale Datensicherheit zu gewährleisten.

Unsere Ansprüche an die App
  • Einfache Bedienbarkeit
  • Selbsterklärende Benutzeroberfläche
  • Kein Zugriff auf das Dateisystem des Smartphones
  • Keine Übertragung und Verarbeitung auf Servern
  • Offline verfügbar
  • Maximale Datensicherheit

Die Umsetzung

Wir sind grundsätzlich durchaus Verfechter von mobilen Web-Apps, im konkreten Fall hat für uns aber eine native App Sinn gemacht. Gerade weniger technik-affine Anwender*innen sind in der Regel eher vertraut damit, eine App aus dem Store am Handy zu installieren als eine Web­anwendung aufzurufen und am Home­screen zu speichern. Und gerade für diese Ziel­gruppe wollten wir eine einfache Lösung bieten, ohne sich das PDF-Zertifikat selbst per E-Mail zu schicken oder es in eine Cloud hochzuladen, wie es bisher viele getan hatten.

Um eine rasche Lösung zu erreichen haben wir uns dazu entschieden, das Projekt als Xamarin.Forms App umzusetzen. Dieses Cross-Plattform-Framework von Microsoft erlaubt die Wiederverwendung des Großteils des Codes sowohl für Apple iOS als auch Google Android. Durch das gute Ökosystem auf Basis von C# und .net konnte auf qualitative Open-Source-Bibliotheken sowohl für das QR Code Scannen, als auch die Entschlüsselung des 3G-Zertifikats zurück­gegriffen werden.

Zu beachten ist bei einer Xamarin App speziell die Performance – es bedarf einiger Optimierungen um etwa die Startzeit auf Android zu verbessern. Und auch die Größe der fertigen App ist ein Nachteil den wir nicht verschweigen wollen – im Vergleich zu einer herkömmlichen App muss hier nämlich noch die .net Runtime mitverpackt werden. Wir meinen jedoch, dass für bestimmte Anwendungsfälle die kürzere (und somit günstigere) Entwicklung sowie leichtere Wartung diesen Nachteil locker aufwiegt.

Das Endprodukt

Das Endresultat war unsere voll funktionsfähige App „Mein Grüner Pass“. Die Anwendung ermöglicht es, seinen Grünen Pass zu scannen und alle enthaltenen Informationen lokal und sicher am eigenen Smartphone zu speichern. Wurde der QR-Code einmal erfolgreich hinzugefügt, wird dieser ganz einfach in der App angezeigt und kann somit schnell und einfach bei Veranstaltungen, Theatern oder Lokalen vorgewiesen werden.

Aufgrund der Tatsache, dass zeitgleich mit der Fertigstellung unserer App, auch die offizielle Anwendung des Bundesministeriums erschien, haben wir uns dazu entschlossen, unsere App nicht zu veröffentlichen. Nachdem es in den App-Stores mittlerweile schon eine Vielzahl an alternativen Apps gibt und man nicht unbedingt ausschließen kann, dass die hochsensiblen Daten des Grünen Passes hier eventuell missbräuchlich verwendet werden, raten wir auf jeden Fall zur Nutzung der offiziellen App!